Bestseller, Welterfolge – das schaff ich nie!

21 Dez

Avatar

Am Donnerstag war ich im Kino, wir haben den neuen Kinofilm Avatar gesehen. Ich will niemanden den Spaß verderben, deshalb versuche ich nicht zu spoilern, und bitte dich, nicht mit zu hohen Erwartungen reinzugehen.

Aber für mich war es der beste Film, den ich seit langer – sehr, sehr langer – Zeit gesehen habe.

Und genau das ist das „Problem„.

Avatar – 3D

Ja, er ist sogar so gut, er wackelt sogar am Thron von Matrix (Teil I natürlich, die andern Beiden sind nicht existent) und das will bei mir wirklich etwas heißen. Es war nicht nur die Umsetzung und die Action besonders gut. Es war vor Allem die Liebe zum Detail die mich fasziniert hat, die Charaktere und die 3D Animation (die 2€ mehr für 3D hat sich nach ein paar kleineren Startschwierigkeiten wirklich gelohnt). Zusätzlich war auch die Geschichte an sich schlüssig, interessant und neu (die Grundzüge natürlich bekannt, aber doch auch wieder ganz anders), es gab sogar eine Botschaft und mindestens zwei Mal hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut.

Natürlich ist das rein subjektiv und eigentlich ist weder diese – meine – Meinung, noch der Film Gegenstand dieses Artikels. Worum es geht, ist das Gefühl, was ich hatte, als der Film zu Ende war.

Meine Gefühlswelt – danach

Als Erstes war da dieses: „Mein Gott, war das toll!“ Dann war da diese stumme, drückende Sehnsucht, die ich nach einer richtig guten Geschichte immer spüre, dieses: „Ich würde alles dafür geben, um mit dem Protagonisten zu tauschen.“ Und dann war da noch etwas anderes, etwas kleines, Stechendes, das ich zum Glück nur selten habe, aber was dir vielleicht auch bekannt vorkommt, dieses: „So etwas super mega Geniales bekomme ich niemals hin.“

Dieser Film war genau die Geschichte, die ich gerne geschrieben hätte. Ich behaupte nicht, dass irgendjemand meine Idee geklaut hätte – nicht im Entferntesten. Aber es kamen einige, wichtige Elemente darin vor, von denen ich mir schon vorher gedacht habe, so etwas müsste man machen, um eine richtig gute Geschichte zu schreiben. Die Macher dieses Films haben sie umgesetzt und die Geschichte ist wirklich, wirklich toll geworden.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob diese Geschichte auch ein gutes Buch machen würde. Wegen der Schreibunschärfe kann ich es mir fast nicht vorstellen, dafür lebt der Film viel zu sehr von seiner Andersartigkeit (vielleicht unterschätze ich auch nur die Fantasie des Lesers) aber es hat trotzdem zur Folge, dass das hartnäckige kleine Biest auf meiner rechten Schulter mir immer wieder ins Ohr flüstert, dass ich so etwas niemals hinbekomme.

Und sie hat recht.

Genau so eine Geschichte werde ich niemals schreiben. Aber das möchte ich auch nicht. Denn diese Geschichte wurde ja schon geschrieben und sie wurde so gut geschrieben, dass ich sie auch gar nicht neu schreiben wollte, selbst wenn ich könnte.

Aber sie hat auch gar nicht recht.

Denn in einem Punkt sind wir alle gleich: Wir haben Fantasie.

Und damit haben wir auch die Fähigkeit Geschichten zu erfinden.

Jeder von uns trägt unzählige Welten in sich, Tausende und Abertausende von Ideen, jede davon absolut einzigartig. Denn selbst, wenn du deine Idee, ja sogar deine ganze Welt jemand anderem verraten würdest, er könnte daraus niemals die Geschichte machen, die du schreiben möchtest. Sicher würde – falls ihr Beiden versuchen würdet, die Geschichte zu schreiben – etwas Ähnliches herauskommen, weil die Grundidee ja dieselbe ist, aber niemals dasselbe.

Deshalb könnten du und ich sehr wohl eine genauso gute (oder sogar bessere ^^) Geschichte schreiben – nur eben eine Andere.

Du kannst das auch!

Also, bist du in der Lage eine einzigartige Geschichte schreiben?

Ja, du kannst gar nicht anders, denn du selbst bist einzigartig.

Und, kannst du eine super mega coole, atemberaubende, herzerweichende, actiongeladene, absolut umwerfende Geschichte schreiben?

Auf jeden Fall. Vielleicht schreibst du diese Geschichte nicht heute, vielleicht auch nicht morgen, aber wenn du dir Mühe gibst, wenn du dir jeden Tag Zeit zum Schreiben nimmst, wenn du übst und dir klar ist, dass der erste Entwurf immer mies ist, wenn du niemals aufgibst, dann wirst du es eines Tages schaffen – dann hast du gar keine andere Wahl.

Selbstzweifel sind nur eine Entschuldigung es gar nicht erst zu versuchen.

Ich sag das gerne noch einmal: Selbstzweifel sind nur eine Entschuldigung es gar nicht erst zu versuchen! Also: Halt die Klappe und schreib einfach! Denn: *packt das Phrasenschwein aus*

Wer kämpft, kann verlieren. Aber wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Also: Lass dich nicht aufhalten, wirf dich in die Geschichte hinein, und lass die kreativen Säfte fließen. Jeder von uns hat irgendwann einmal Selbstzweifel, der größte Autor und du und ich. Niemand ist davor gefeit. Aber Selbstzweifel sind nicht dazu da um dich abzuhalten. Eigentlich sollen sie dich dazu bringen, es noch enthusiastischer zu versuchen, sie sollen dich dazu antreiben mehr zu üben, mehr zu schreiben, mehr zu machen, um eben all die Anderen zu überflügeln, die dich jetzt gerade dazu bringen dich zu fühlen, als hättest du die größe einer schrumpligen Rosine.

Also benutz sie nicht als Ausrede, um gar nichts zu tun, benutz sie als Sprungbrett in ein größeres Selbst, lass dich von ihnen tragen, mach sie zu deinen Flügeln, spring und dann flieg einfach.

Es ist genauso wie in einem Traum. Du fällst und fällst und fällst und die Angst flutet durch deine Adern und du denkst du stirbst und dann probierst du es einfach, du hast nichts zu verlieren, du breitest deine Schwingen aus, dein Magen sackt dir zwischen die Knie und plötzlich fliegst du, du fliegst und du weißt, du konntest es schon die ganze Zeit du hättest nur deine Flügel ein wenig eher ausbreiten sollen.

Die Zeit der Flügel

Weihnachten ist die Zeit der Liebe (hoffentlich), aber auch die Zeit der Flügel und nicht nur, weil gerade eine Menge Engelchen durch die Lande huschen, sondern auch, weil du jetzt Freizeit hast. Es kommen so einige Feiertage auf dich zu und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn du da nicht die eine oder andere Stunde herausschlagen könntest, um dem Ziel deiner Träume ein wenig näher zu kommen.

Also: Lass dich fallen und flieg einfach.

Diskussion

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