Schriftsteller-werden

Datensicherung x 3

26. März 2009, Kategorie: Motivation & Organisation

Verzweiflung

Es ist mir schon wieder passiert.

Ich hab gedacht ich wäre Immun, ich hab gedacht ich hätte es endlich gelernt, aber nein.

Was ich im echten Leben mache scheint nicht auf das Bloggen abgefärbt zu haben, mein Text war plötzlich einfach verschwunden.

Die Geschichte

Wie du ja weißt habe ich an einem Beitrag über Mindmapping Programme geschrieben. Zwei Tage hab ich dran gesessen, bevor mir klar wurde, dass es einfach zu viel für einen einzigen Artikel ist. Dann hab ich beschlossen ihn aufzuteilen, eine Ankündigung geschrieben und noch ein bisschen weiter gefrickelt.

Gestern hab ich den Beitrag dann auseinander genommen und in meiner Online-Blogsoftware WordPress als einzelne Beiträge gespeichert. Im Nachhinein könnte ich schwören, dass ich alles richtig gemacht habe. Aber ob es jetzt mein Missgeschick war oder ein Fehler in der Software ist eigentlich egal.

Datei existiert nicht

Fakt ist, dass drei der fünf Teile jetzt einfach nicht mehr existieren. Darunter eine ziemlich lange Tabelle in der ich zum Abschluss nochmal alle vier Programme verglichen habe. Das ist besonders ärgerlich, weil ich die nämlich in html schreiben musste und das immer ein riesiger Aufwand ist.

Tja und das ist auch der Grund für diesen Blogbeitrag. In meinem schreibenden Dasein hab ich schon oft gelernt, dass eine gute Datensicherung das Ein und Alles sein kann. Eigentlich sollte man vermuten, dass ich das dann auch beim Bloggen tue. Aber wie ich jetzt schmerzlich feststellen musste, bin ich einfach nicht auf die Idee gekommen, dass das notwendig sein könnte.

Wie dem auch sei, hiermit mache ich aus der Not eine Tugend und erkläre mein System der Datensicherung, wie ich es bei meinen Schreibprojekten handhabe.

Schritt 1: Strg+S

Diese Tastenkombination ist mir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. In meinen ganz frühen Computer-Zeiten hatte ich mal ein Textbearbeitungsprogramm, dass ich geliebt habe. Es hatte den einzigen Nachteil, dass es alle paar Minuten ohne Vorwarnung abgestürzt ist. Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern wieso ich nicht einfach ein anderes Programm verwendet habe. Ich weiß nur, damals lernte ich die Tastenkombination für schnelles Speichern: Strg+S

Seit dem benutze ich die eigentlich ganz automatisch nach fast jedem Absatz.

Wie jetzt gerade :P

Natürlich habe ich das Textbearbeitungsprogramm irgendwann gewechselt. Aber der Vorteil ist, dass diese Tastenkombination in fast jedem Programm funktioniert, egal ob für Text oder für Bilder oder sonstetwas.

Und obwohl alle späteren Programme wesentlich stabiler waren, hat mir diese Gewohnheit schon das ein oder andere Mal das Leben gerettet. Denn egal was man für einen Computer oder für ein Betriebssystem hat, gegen einen Stromausfall ist niemand gefeit. Und dann ist man so, so, sooo glücklich, wenn Strg+S dafür gesorgt hat, dass dir nur ein oder zwei Absätze fehlen, anstatt einer ganzen Tagesarbeit.

Schritt 2: Der Memorystick

Ich hab seit fast vier Jahren einen kleinen Memorystick mit 1GB Speicherplatz. 2005 war das noch ein echtes Wunderding, bis heute hab ich nie einen größeren gebraucht. Jeden Abend wenn ich fertig bin oder jeden Morgen (wenn ich es am Abend vergessen habe), mache ich eine Sicherheitskopie meines aktuellen Projekts auf dem Memorystick. Dabei lege ich jedes Mal einen neuen Ordner an und Nummeriere einfach durch. Der erste heißt: Projekt_Name001, der Zweite Projekt_Name002 usw.

Das hat den Vorteil, dass ich auf einen Blick weiß, welches die neueste Version ist und dass ich nach einer Weile, falls sich der Speicherplatz doch mal dem Ende nähern sollte, einfach die ältesten Ordner löschen kann. Dazu kommt, dass ich 999 Versionen haben muss bevor ich mit den Zahlen in die Bredouille komme. Wenn ich “nur” einmal täglich eine neue Version anlege heißt das, dass ich 3 volle Jahre ungestört an meinem Projekt arbeiten kann.

Ein weiterer Vorteil des Memorysticks ist der, dass ich ihn einfach überall mit hinschleppen kann. Falls dann wirklich mal irgendwas schief gehen sollte, hab ich erstens “nur” höchstens einen Tag Arbeit verloren und zweitens hab ich die Lösung meines Problems gleich in der Tasche.

Schritt 3: Die externe Festplatte

Das hab ich mir letztens gegönnt, eine externe Festplatte mit einem Terrabyte Speicherplatz. Bis die voll ist muss ich mich also ganz schön anstrengen. Sie ist mein Rettungsanker. Mindestens einmal in der Woche mache ich von allen wichtigen Daten auf meinem Computer ein gesammeltes Update. Auch hier erstelle ich jedes mal einen neuen Ordner. Allerdings bekommt jeder Ordner einen namen in folgendem Format:

20090226-kurze_beschreibung

Die ersten vier Zahlen stehen für das Jahr, die nächsten zwei für den Monat, die letzen Beiden für den Tag. Dann folgt noch eine kurze Beschreibung des Inhalts. So weiß ich immer haargenau wann ich eine Sicherheitskopie erstellt habe und was ich in dem Ordner finden werde. Dadurch dass das Jahr zuerst kommt, dann der Monat, dann der Tag kann ich das ganze auch sortieren und bekomme eine chronologische Reihenfolge.

Außerdem hab ich so einen allerletzten Hoffnungsschimmer, falls Strg+S und der Memorystick beide ihren Dienst versagen.

Vertraue zum Speichern nie dem Internet

Was jetzt zu meiner Liste dazu gekommen ist: Ich schreibe nie wieder Dinge in einer Onlineumgebung. Es passiert einfach zu häufig, dass Sessions plötzlich enden, man ausgeloggt wird, oder irgendein merkwürdiger Fehler auftritt, so dass eine Stundenlange Arbeit plötzlich einfach im Nirvana verschwindet.

Ich gebe zu, auch ich habe mir schon selbst E-Mails geschickt um irgend einen Text zu sichern. Aber mal ehrlich, wer garantiert mehr, dass mein E-Mailprovider auch in drei Jahren noch existiert? Zugegeben, bei “den Großen” stehen die Chancen gut. Aber es muss ja nur ein Hacker des Weges kommen, irgendein Typ dem verdammt langweilig ist und schon gehört meine E-Mailkorrespondenz der Vergangenheit an.

Ich vertraue da lieber meinem kleinen pinken Memorystick und meiner externen Festplatte. Die Dinger kann ich anfassen. Ich kann sehen dass sie existieren und wenn ich alle paar Jahre für Ersatz sorge kann ich auch ziemlich sicher sein, dass sie im Notfall ihren Zweck erfüllen.

Noch ein Vorteil

Ich habe diesen Artikel in einem ganz simplen Texteditor geschrieben, in dem ich sonst programmiere. Hier gibt es keinen Schnickschnack, kein Fett oder Kursiv, hier gibt es keine Überschriften und keine anderen Ablenkungen und ich glaube ich habe diesen Artikel schneller getippt als jeden Anderen vorher. Vielleicht hat es ja auch seine guten Seiten, alle Textarbeit offline zu machen. Obwohl ich mich natürlich gleich noch ein, zwei Stunden ans Formatieren setzen darf :P

Diskussion

Wie sorgst du dafür, dass dir keine Daten verloren gehen? Hast du auch schon einmal den Supergau gelandet und eine Menge Text verloren? Konntest du dich irgendwie retten? Wie lange hast du es danach durchgehalten, auch wirklich regelmäßig eine Datensicherung vorzunehmen?

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